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Die Sanierung des Deutschhauses, dem Sitz des rheinland-pfälzischen Landtags

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65 Jahre hat das historische Mainzer Deutschhaus als Parlamentsgebäude gedient.

Seit es in den Jahren 1950/51 nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs als Sitz des Landtags Rheinland-Pfalz wiederaufgebaut wurde, ist das Haus nicht grundlegend saniert worden.

Die Anforderungen an das Gebäude haben sich seit dem gewandelt.
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Der Brandschutz musste verbessert, Barrierefreiheit geschaffen, Energieeffizienz und Nachhaltigkeit auf neue Füße gestellt werden. Der Platz für Besuchergruppen und Medien war nicht ausreichend, die Arbeitsbedingungen für Abgeordnete sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Landtagsverwaltung waren unzureichend. Die Betriebssicherheit musste überarbeitet werden und der Ort, an dem erstmals Demokratie auf deutschem Boden ausprobiert wurde, musste erhalten bleiben.
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An der Sanierung führte kein Weg vorbei. Die Fraktionen des Landtags entschieden sich daher im Januar 2013 einstimmig für eine nachhaltige Sanierung des Landtagsgebäudes.
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Seinen Namen verdankt das Deutschhaus seiner ursprünglichen Bestimmung: Es wurde in den Jahren 1729 bis 1740 als Residenz des damaligen Hochmeisters des Deutschen Ritterordens erbaut, von Franz Ludwig von Pfalz Neuburg, der in Personalunion Kurfürst-Erzbischof von Mainz war.
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1792 eroberten französische Revolutionstruppen Mainz und lösten das erste Demokratie-Experiment auf deutschem Boden aus: Die "Mainzer Republik".

In französisch besetzten Gebieten fanden erstmals "Volkswahlen" statt, bei denen neue Gemeindeverwaltungen und eine verfassunggebende Versammlung gewählt wurden.
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Der so gewählte Rheinisch-Deutsche Nationalkonvent gilt als das erste nach demokratischen Grundsätzen gewählte Parlament in Deutschland. Das Gebiet von Landau bis Bingen wurde zu einem unabhängigen, auf Freiheit und Gleichheit gegründeten Staat erklärt - mit dem Volk als rechtmäßigem Souverän.

Noch am gleichen Tag rief der Präsident des Konvents, Andreas Joseph Hofmann, vom Balkon des Deutschhauses den Rheinisch-Deutschen Freistaat aus.

Mit der Rückeroberung der Stadt Mainz im Jahr 1793 durch die preußischen und österreichischen Truppen war auch das Ende des im Deutschhaus proklamierten Freistaates besiegelt.
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In seiner fast dreihundertjährigen Geschichte war das Deutschhaus zudem Napoleonische Residenz, Schauplatz der Ersten Allgemeinen Deutschen Industrieausstellung, Hauptquartier zu Beginn des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71 und im Rahmen der Rheinlandbesetzung wehte von Dezember 1918 bis Juni 1930 auf dem Deutschhaus erneut die Trikolore.

Historische Persönlichkeiten wie Goethe oder Kaiser Wilhelm II waren zu Gast im Mainzer Deutschhaus.
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In seiner fast dreihundertjährigen Geschichte war das Deutschhaus zudem Napoleonische Residenz, Schauplatz der Ersten Allgemeinen Deutschen Industrieausstellung, Hauptquartier zu Beginn des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71 und im Rahmen der Rheinlandbesetzung wehte von Dezember 1918 bis Juni 1930 auf dem Deutschhaus erneut die Trikolore.

Historische Persönlichkeiten wie Goethe oder Kaiser Wilhelm II waren zu Gast im Mainzer Deutschhaus.
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Bei einem Bombenangriff auf die Stadt Mainz am 27. Februar 1945 wurde das Deutschhaus bis auf die Außenmauern zerstört.

1946 wurde das Bundesland Rheinland-Pfalz gegründet und Mainz zur Landeshauptstadt bestimmt. Da die Stadt schwer zerstört war, tagte die verfassungsgebende "Beratende Landesversammlung" sowie – ab 1947 der Landtag – in Koblenz.
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Der Umzug nach Mainz wurde 1950 beschlossen. Das Deutschhaus wurde zu diesem Zweck in einer nur halbjährigen Bauzeit wieder aufgebaut. So konnte der Landtag am 18. Mai 1951, dem Beginn der zweiten Wahlperiode, sein neues Domizil beziehen.
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„Heute Morgen wurden zum 1.330 Mal die Fahnen auf unserem Parlamentsgebäude gehisst zum Zeichen, dass das Plenum tagt. Heute Abend werden sie zum vorerst letzten Mal eingeholt. Für den rheinland-pfälzischen Landtag, das kann man getrost so sagen, geht eine Epoche zu Ende.

Es ist die Epoche, die mitten im kriegszerstörten Mainz, am 18. Mai 1951, begonnen hat. Damals ist der rheinland-pfälzische Landtag zum ersten Mal in diesem Gebäude zu einer Plenarsitzung zusammengekommen.“

- Joachim Mertes, ehemaliger Landtagspräsident
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Zwischen 2013 und 2014 hat ein internationaler Architektenwettbewerb stattgefunden, bei dem sich das Ludwigshafener Architekturbüro sander.hofrichter architekten GmbH durchsetzte und den Auftrag zur Sanierung des Landtagsgebäudes erhielt.

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„Zunächst hat uns – ohne seinen Verfasser zu kennen – der Entwurf begeistert und danach Linus Hofrichter mit seinem persönlichen Enthusiasmus. Mit ihm und seinem Büro hat das Land begeisterte Planer gefunden, die sich der sensiblen Aufgabe, dieses Landtagsgebäude zu sanieren, mit Kompetenz und Herzblut annehmen werden. Sie haben unsere Vorstellungen verstanden und umgesetzt im Sinne von Bauen für die Demokratie,“  sagte der ehemalige Landtagspräsident Joachim Mertes zur Wahl des Entwurfs.
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Die Landtagsverwaltung ist im Herbst 2015 ins Isenburg-Karree gezogen – das ehemalige Mainzer Untersuchungsgefängnis.

Der Plenarsaal wurde im Deutschhaus abgebaut und im Übergangsquartier, der Steinhalle des Landesmuseums, wieder aufgebaut.
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Wo zuvor antike Bauplastiken ausgestellt waren, finden jetzt die Debatten des rheinland-pfälzischen Parlaments statt.

Denn mit dem Beginn der neuen Legislaturperiode wurde die Steinhalle des Mainzer Landesmuseums zur neuen Heimat auf Zeit.

Der erste Termin war die konstituierende Sitzung des Landtags in der 17. Wahlperiode, am 18. Mai 2016.


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„Sicherlich treffen hier in der Steinhalle sehr unterschiedliche Charaktere von Parlament und Museum mitunter aufeinander. Doch das schönste an dieser Gemeinschaft auf Zeit ist: Jeder hat was davon.

Auf Neudeutsch: Es ist eine klassische Win-Win-Situation. Ich bin sicher, es wird ein gedeihliches Miteinander. Mehr noch: Durch den Einzug des Landtags wird dieser Ort zur Ersten Adresse des Landes“, so der ehemalige Landtagspräsident Joachim Mertes anlässlich der Schlüsselübergabe im Mainzer Landesmuseum.
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Den Interims-Plenarsaal in der Steinhalle kann man übrigens auch digital besuchen!
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„Jetzt geht es los, das Bauen für die Demokratie in Rheinland-Pfalz.“

Das neue Deutschhaus soll ein Begegnungsort sein, transparent und zukunftsfähig – ein Haus, in dem Demokratie erlebbar wird.

Für den Landtag und seinen damaligen Präsidenten Joachim Mertes ist dieser Spatenstich ein Anfang, für ihn persönlich aber auch ein Abschied.  Mertes schied mit Ende der Legislaturperiode im Mai 2016 aus dem Landtag aus.
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„Ich werde ab dem 18. Mai die Generalsanierung natürlich weiter verfolgen, aber mit Abstand und als einer der Bürgerinnen und Bürger, für die dieses Haus gemacht wird.

Denn die Demokratie ist auf die Öffentlichkeit angewiesen und auch die Architektur richtet sich immer an die Öffentlichkeit“, so der ehemalige Präsident.
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In den Jahren 2016 und 2017 wird das Deutschhaus im Innern komplett entkernt.

Außerdem kommen Abrissbagger zum Einsatz, die den historisch anmutenden Restaurantanbau aus den 50er-Jahren niederlegen. Dort entsteht ein moderner neuer Anbau mit mehr Platz für Besuchergruppen.
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Im Herbst 2017 beginnen mit der symbolischen Grundsteinlegung durch Landtagspräsident Hendrik Hering gemeinsam mit den Fraktionsvorsitzendenund dem Architekten Linus Hofrichter, die Rohbauarbeiten für die neuen Gebäudeteile.

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Jetzt beginnen die Arbeiten am Anbau sowie an der neuen barrierefreien Treppen- und Rampenanlage vor dem Deutschhaus.
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Während der Sanierung des Deutschhauses wird auch vor dem Landtag Neues entstehen: Im Herbst 2018 hat der Berliner Künstler Michael Sailstorfer mit seinem Kunstwerk „Drei Farben“ den europaweit ausgeschriebenen Wettbewerb„Kunst am Bau“ gewonnen.

Eingebettet in hohe Messingrahmen werden nach der Sanierung Schwarz, Rot und Gold vor dem Parlamentsgebäude wehen und an die historische Hambacher Fahne im Plenarsaal erinnern.
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„Dieser gelungene künstlerische Entwurf erinnert insbesondere auch an den Mut der damaligen Freiheitskämpfer, die ungeachtet aller Gefahren für ihr Leib und Leben die deutsche Einheit, Freiheit und Demokratie forderten, wofür die schwarz-rot-goldene Fahne stand und steht“, so Landtagspräsident Hendrik Hering.

Zudem stehe das Kunstwerk für eine offene und vielfältige Gesellschaft sowie für eine transparente Demokratie, für deren Erhalt und Weiterentwicklung es sich jeden Tag zu arbeiten lohne.
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Im August 2019 sind die Rohbauarbeiten am Deutschhaus beendet.

Landtagspräsident Hendrik Hering will das neue Deutschhaus zu einem „lebendigen Ort der Demokratie“ machen.

„Mit diesem Haus ist der unerschütterliche Glaube an die parlamentarische Demokratie fest verbunden“, so der Landtagspräsident.

Die parlamentarische Demokratie gewähre soziale und formale Chancengleichheit, sie repräsentiere die Vielfalt der Gesellschaft, Verantwortung werde deutlich und Entscheidungen transparent gemacht, Parlamente arbeiteten gründlich und könnten Sachlichkeit herstellen und Kompromisse schaffen.
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Das neue Deutschhaus werde noch bessere Möglichkeiten bieten, die besonderen Leistungen des Parlamentes hervorzuheben und diese den Bürgerinnen und Bürgern zu vermitteln. Der Umbau, werde deshalb insbesondere auch den Besuchern des Landtags dienen, welche sich künftig in zeitgemäßer Art und Weise über Geschichte, Aufgabe, Funktion und Arbeit dieser„Herzkammer der Demokratie“ informieren könnten.

Eine besondere Zielgruppe stellten dabei junge Menschen dar. „Wie wäre es, wenn jeder Schüler und jede Schülerin im Laufe der Schulzeit einmal ein Parlament oder einen Rat besuchen würde?“, regte der Landtagspräsident an. Junge Menschen könnten dadurch früh erfahren, dass die Demokratie vom Mitmachen lebt und sich Einmischen lohnt.
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Auch im Inneren des Deutschhauses tut sich einiges.
Vor Beginn des Innenausbaus wurde der Landtag zu großen Teilen entkernt. 
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Inzwischen befindet sich das neue Innenleben im Aufbau. Deutlich bereits zu erkennen ist, wo die Abgeordneten
– aller  Voraussicht nach – mit Beginn der 18. Legislaturperiode tagen werden.
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